700 Jahre Neufang

in Sonneberg ganz oben

Unser Ort Neufang aus der Luft - Film von Mario Schultz: 

https://www.youtube.com/watch?v=6x8yEI2Vgjg&feature=youtu.be 




Unser Ort "Neufich"


Neufang ist ein Bergdorf im Süden Thüringens, und liegt südlich des Rennsteigs am westlichen Rand des Frankenwaldes.

Auf einer Höhe von 580 bis 635 m über dem Meeresspiegel liegt Neufang hoch über dem Stadtgebiet von Sonneberg. Eingebettet in einer Senke zwischen dem Stadt- und Schleifenberg einerseits, und dem Schönberg und dem Erbisbühl andererseits hat man von hier eine herrliche Fernsicht:
Richtung Süden blickt man über das Sonneberger Becken, Coburg, Staffelberg bis an die Fränkische Alb. In Richtung Osten geht der Blick bis zum Fichtelgebirge, in Richtung Westen über die Gleichberge bis zur Hohen Rhön.

 

Unser Ort wurde erstmals schriftlich im Urbarium von 1317 als "Nuwenvanch" erwähnt, und wurde vermutlich im 13. Jahrhundert im Zuge des hochmittelalterlichen Landausbaus angelegt. Die ersten Bewohner waren einfache Bergbauern, die den umherliegenden Wald als Nebenverdienst nutzten.

 

Hohe Straße zwischen Neufang und Steinach im Winter

 

Im 15./16. Jahrhundert wurde durch Nürnberger Kaufleute die Alte Hohe Straße angelegt, welche unter anderem direkt durch Neufang führte. Diese bedeutende Handelsstraße führte von Nürnberg über Neufang in Richtung Steinheid, und auf dem Rücken des Thüringer Waldes bis Altenstein,
über Erfurt und weiter nach Norddeutschland. Diese Route hatte bis ins frühe 19. Jahrhundert eine große Bedeutung für den Fernhandel.

 

Mit dem späteren Aufkommen Leipzigs als Messestadt, wurde eine neue Handelsstraße über die benachbarten Berge bei Judenbach nach Saalfeld ausgebaut.

  

 

Aufgrund der Lage des Bergdorfes lebten die Bewohner Neufangs hauptsächlich von der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und vom Schieferabbau. 

Der Adels Steinbruch


Gegen Ende des 17. Jahrhunderts begann hier als eines der ersten Dörfer im Sonneberger Umland die Fertigung von Holzspielwaren in Heimarbeit für den wachsenden Sonneberger Spielzeughandel. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich Neufang zu einem typischen Heimarbeiterdorf mit enger wirtschaftlicher Anbindung an Sonneberg. Die vielen Spielwaren aus den heimischen Stuben wurden mit Huckelkörben oder mit Pferdefuhrwerken in die Stadt gebracht.


Der Hauptweg für die Neufanger Einwohner nach Sonneberg war ursprünglich der sogenannte "Kirchsteig", ein steiler Bergpfad die auf den Kleinen Markt bzw. die damalige Kirche der heutigen Sonneberger Altstadt führt. Neufang gehörte schon seit jeher zum Sonneberger Kirchspiel.

Neustädter Blick

Mit Ausweitung der Stadt Sonneberg wurde im Jahr 1859 bis 1864 seitlich des Stadtberges die Alte Neufanger Straße gebaut. Diese ist noch heute ein beliebter Wanderweg in die Stadt, flankiert vom Glasbach und anmutigen großen Kastanienbäumen.

 

  

1910-12 wurde die "Neue Neufanger Straße" entlang des Schönbergs gebaut, über welche der Weg zwar länger, dafür aber weniger steil und somit für Fahrzeuge besser geeignet war. Dies ist auch heute noch die Haupt-Verkehrsanbindung zur Stadt.

 

Im Jahr 1907 wurden Wasserquellen in den Neufangwiesen gefasst und Wasserleitungen im Ort verlegt. Im Jahr 1919 wurde durch die Stadtwerke LiKra eine Gasbeleuchtung entlang der Alten Neufanger verlegt, durch den Bau der Hochspannungsleitung aus Blechhammer bekam der Ort an Ostern 1922 elektrischen Strom. Am 01. Oktober 1923 wurde Neufang zusammen mit einigen anderen Orten nach Sonneberg eingemeindet.

 

Im Jahr 1864 wurde die erste Neufanger Schule eingeweiht. Aufgrund der wachsenden Bevölkerung wurde diese jedoch Anfang des 19. Jahrhunderts zu klein, und es musste eine neue Schule gebaut werden, welche 1905 eingeweiht wurde.
Die alte Schule ist jetzt ein Wohnhaus, die neue Schule musste in den Nachwendejahren abgerissen werden.
Die damalige letzte Schulglocke befindet sich übrigens heute noch auf dem Neufanger Friedhof, und schlägt pünktlich jeden Tag um 12:00 und um 18:00 Uhr.

 

Im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks wurde in den Jahren 1959-1965 mit tatkräftiger Hilfe der Einwohner ein Kindergarten für den Neufanger Nachwuchs gebaut. Das Gebäude wird heute noch als Vereinsheim genutzt.  

Bau des Kindergartens


Hatte Neufang im Jahr 1672 nur 51 Einwohner, stiegen diese im 17./18. Jahrhundert durch die Spielwarenindustrie rapide an. Im Jahr 1780 waren es 98 Einwohner, 1871 schon 488 und im Jahr 1900 bereits 871 Einwohner.

Anno 1924 hatte Neufang mit damals 1052 Einwohnern zum Beispiel 4 Gaststätten, 5 Fleischer, 2 Bäckereien und 1 Café/Konditorei, 2 Kolonialwarengeschäfte und 13 Vereine. Um 1910 wurde mit 1089 Personen die bisher höchste Einwohnerzahl erreicht, danach sank diese kontinuierlich ab. Zum heutigen Tag wohnen etwa 541 Einwohner in Neufang.

 

Bereits während der Weimarer Republik etablierte sich in und um Neufang ein Wintersportort. Hier boten sich für Sportbegeisterte Möglichkeiten zum Skilanglauf und zum Wandern, in den Alten Neufanger Wiesen stand eine Skisprungschanze.

 

Am Sportplatz im Winter


 

Rotbuchenwald am Stadtberg

 

Unser Neufang ist heute ein beliebtes Naherholungsziel der Sonneberger, wird aber auch von vielen Urlaubern besucht, die die unberührte Natur und die saubere Neufanger Luft zu schätzen wissen.

 

Das größte Dorffest ist seit jeher die Neuficher Kerwa, welche jedes Jahr am 3. Wochenende im September abgehalten wird. Weiterhin ziehen auch das Sonnenwendfeuer, das Tiergartenfest und die Bergweihnacht jedes Jahr viele Gäste nach Neufang.

 

 




















 

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